Der medizinische Betrieb behauptet soweit zu sein, dass eine vergrößerte Klitoris verkürzt werden kann, ohne die Sensitivität und damit die Libido zu zerstören. Bis etwa 1986 jedoch wurde eine als zu groß eingestufte Klitoris noch üblicherweise amputiert. Das ist eine Praxis, die an die Beschneidung von Frauen erinnert. Dieses lebenszerstörerische Prozedere wird nach wie vor an Kindern mit uneindeutigem Genital vollzogen, obwohl ihre Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist und niemand mit Bestimmtheit sagen kann, ob diese Entscheidung auch nur annähernd richtig ist. Darüber hinaus wird beispielsweise der mit der Klitoris- Amputation einhergehende Empfindungsverlust nicht im Rahmen einer Behinderung gesehen, wie dies jedoch beim Verlust der männlichen Eichel - sogar in Teilen - bewertet wird. Dies verstößt nach Ansicht der Berichterstatterinnen vor allem gegen die Menschenwürde und gegen die Gesundheitsrechte (Art. 12 CESCR und Artikel 12 CEDAW) sowie gegen die Rechte auf gesundheitliche Aufklärung und gleichberechtigten Zugang zu Gesundheitsdiensten (Art. 10 lit. h und 12 (1) CEDAW).