Artikel 16 CEDAW garantiert das gleiche Recht auf Eheschließung. Alle unter den Schutzbereich dieser Konvention fallenden Menschen dürfen hinsichtlich der Eheschließung also nicht benachteiligt werden. Dies gilt daher ebenso für solche intersexuellen Menschen, deren Geschlecht falsch bestimmt und zugewiesen wurde.

Der daraus möglicherweise entstehende personenstandsrechtliche Widerstreit, der durch die angeborene, individuelle, geschlechtlich- biologische Realität der intersexuellen Menschen bestimmten Geschlechts- bzw. Ehepartnerwahl und der infolge der personenstandrechtlich manifestierten geschlechtlichen Falschzuweisung resultierende personenstandsrechtlich vorgeschriebene Geschlechts-Ehepartner ist daher durch besondere Gesetzgebung zu beheben. Im Sinne einer Heilung kann hier jedoch nicht die Anwendung der Lebenspartnerschaft(17) oder die Transsexualisierung verstanden werden. Die Transsexualisierung(18) der intersexuellen Menschen verbietet sich durch die unterschiedlichen medizinisch-wissenschaftlichen Äthiologien und Genesen von selbst. Die Lebenspartnerschaft würde diesbezüglich auch nicht greifen, da sie allein schon steuerrechtlich eine Benachteiligung zwischengeschlechtlicher Menschen beinhalten würde.

Die Falschzuweisung ist durch die geschlechtliche Fremdbestimmung ein Bruch des „Menschenrechts auf reproduktive Selbstbestimmung“ (Art. 16 (1) lit. e CEDAW).

(17) Lebenspartnerschaft meint das Gesetz zur Verpartnerlichung homosexueller Lebensgemeinschaften. Die Lebenspartnerschaft ist der Ehe rechtlich jedoch nicht gleichgestellt.
(18) Transsexualisierung meint die fälschliche Einordnung intersexueller Menschen als Transsexuelle. Diese ist jedoch falsch: Transsexuelle Menschen treffen eine selbstbestimmte Entscheidung über die Anpassung ihres äußeren Erscheinungsbildes an das innere Geschlecht, während intersexuellen Menschen ein Geschlecht zwangsweise zugewiesen wird.