1. Unterlassen irreversibler chirurgischer und medikamentöser Eingriffe, so lange ihnen keine lebensbedrohliche Indikation zugrunde liegt.

2. Kosmetische Eingriffe nur mit ausdrücklichem Einverständnis des Betroffenen unter vollständiger zu dokumentierender, schriftlicher Aufklärung.

3. Die behandelnden Mediziner haben den Betroffenen unaufgefordert bei Entlassung eine vollständige Kopie der dortigen Krankenakte auszuhändigen.

4. Die behandelnden Mediziner haben, insbesondere bei Organentfernungen, den Patienten über alle gegenwärtigen und zukünftigen Risiken des Eingriffs aufzuklären.

5. Insbesondere ist Medizinern die Verpflichtung aufzuerlegen, die aus dem Eingriff resultierende Medikamententherapien hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und ihrer Risiken schriftlich gegenüber dem Betroffenen zu erklären.

6. Bildung von spezialisierten Kompetenzzentren zur Behandlung intersexueller Menschen.

7. Ausbildung von auf Intersexualität spezialisierten Fachkräften in allen Disziplinen.

8. Bildung von Beratungsteams für Eltern bei Fällen von Intersexualität, bestehend aus Medizinern, Psychologen und Betroffenen.

9. Flächendeckende Einrichtung von Beratungsstellen, die mit Betroffenen besetzt sein sollten.

10. Besondere finanzielle und strukturelle Förderung geeigneter Selbsthilfegruppen.

11. Einsetzen geeigneter Betroffener als Beobachter von Studien zur Intersexualität.

12. Umfassende Evaluierung der Wirkungen und Machbarkeit lebenslanger paradoxer Hormonersatztherapien unter dem Aspekt der Berücksichtigung des Lebensalters (ggf. Eintrag der Indikation in die Zulassung des jeweiligen Medikamentes).

13. Umfassende Evaluierung der Wirkungen lebenslanger chromosomal und altersgemäßer adäquater Hormonersatztherapien (ggf. Eintrag der Indikation in die Zulassung des jeweiligen Medikamentes).

14. Einarbeitung des Begriffes der Intersexualität in das Recht.

15. Aufhebung der Verjährungsfristen hinsichtlich der ursächlichen Eingriffe, da durch die vielfach dokumentierte vorsätzliche Zurückhaltung der Krankenunterlagen und der damit verbundenen Diagnosen, Betroffene durch die staatlich geförderte Fortsetzung eines Rechtsbruchs weiter in ihren Rechten geschädigt würden.

16. Studien , die sich mit dem Lebenslauf intersexueller Menschen beschäftigen und Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenssituation dienen, müssen wieder aufgenommen werden

17. Bei Neugeborenen mit uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen hat beim Standesamt ein lediglich provisorischer Geschlechtseintrag zu erfolgen. Geschlechtsneutrale Vornamen sind zulässig.